Re: Äpfel und Birnen


[ FMSO.DE - Fahren mit Salatöl (deutsch) ]


Geschrieben von Heinz am 01. Dezember 2018 18:56:02:

Als Antwort auf: Re: Äpfel und Birnen geschrieben von Rhanie am 01. Dezember 2018 17:28:27:

Hi Rhanie,

guter Punkt.
Grundsätzlich muss der Kraftstoff den gültigen jeweiligen Normen entsprechen, damit er überhaupt in Verkehr gebracht werden darf. Das regelt die 10. BImSchV (Bundesimmisionsschutzverordnung). Was du dann an Steuer zahlen musst steht im Energiesteuergesetz und wie das mit der Anrechnung als Biokraftstoff läuft steht im Bundesimmissionsschutzgesetz und ggf. zugehörigen weiteren Verordnungen (36.BImSchV). Alles machbar, musst Dich auch nicht selber drum kümmern, kannst einfach voll versteuertes Pflanzenöl bei der Ölmühle oder dem Ölhändler kaufen - der rechnet dann gleich die Biokrafstoffquote raus und du bekommst die Suppe deutlich unter Dieselpreis.
Dann ist das Thema steuerlich erstmal in trockenen Tüchern und der Kraftstoff legal in Verkehr gebracht.

Zu den Eimssionen:
Bei welchen Werten denkst Du könnte es Unterschiede zu Diesel geben? Am ehesten bei NOx (evtl. bisschen höher in den Rohemissionen) und Ruß (deutlich weniger) und natürlich CO2, also bilanziell. Sonst?! Weniger Ruß ist kein Stress. Mehr NOx ist ggf. eine Herausforderung für das AdBlue System. Das muss das runterregeln, wird auch überwacht.
Die NFZ haben Sensorik für NOx und Ruß (Dieselpartikelfilter-Beladung).
Wenn NOx ganz hinten am Auspuff nicht passt gibt´s Mecker vom OBD (On Board Diagnose System). Dieses zwingt Dich dann in in die Werkstatt indem es mal schnell die Leistung des Motors auf 30% der Nennleistung reduziert. Damit fährt kein Unternehmer mehr wirtschaftlich und sein nächste Station ist die Werkstatt.
Ähnlich läuft das mit dem Russpartikelfilter.
Tja und da wäre noch das CO2 - das ist zwar genauso da, nur das C ist grün und nicht schwarz. Interessiert momentan (noch) nicht, ist aber aktuell in der Diskussion, ob künftig die CO2-Emissionen weiterhin vom Tank to Wheel gerechnet werden oder auch Well to Wheel. Wenn man vom Tank ab bilanziert ist Pöl ziemlich gleich mit Diesel, wenn man weiter vorne anfängt, kommt es darauf an, wie man den abgeholzten Urwald gegenüber den Fracking-Wüsten aufrechnet. Wenn man noch soziale Aspekte dazunimmt kann man die vertriebenen Bauern in Indonesien noch gegen die Kriege in Irak und Iran sowie Syrien Libanon und anderen Hotspots der fossilien Energieausbeutung bilanzieren...
Man kann sich aber auch Gedanken darüber machen, wie unsere Eiweißversorgung in Europa gerade läuft und ob wir den Soja-Anbau in Südamerika für unsere Fleischversorgung für umweltfreundlicher halten als eigenen Raps anzubauen und die Umwelteffekte dafür einer neuen Bewertung unterziehen. Insbesondere sollte man sich Gedanken machen ob wir tatsächlich ein Ernährungsproblem oder eher ein Verteilungsproblem haben und ob die vor etwa 10 Jahren mit großem Marketing-Aufwand in alle Köpfe gepflanzte Theorie von der Konkurrenz zwischen Teller, Trog und Tank nicht einer differenzierteren Betrachtung bedarf.

Wie auch immer: "Abgasgutachten" gibts keine, ist nicht vorgesehen, es gibt dazu weder eine Erfordernis noch ein sinnvoll anwendbares Prüfverfahren. Es gibt nur eine Homologation des Motors beim Hersteller. Daraus leitet sich die Einstufung und auch die Maut ab. Für die technische Ausrüstung der umgerüsteten Fahrzeuge gibt es eine TÜV-Abnahme nach §13 EG-FGV. Das wars.

Was sagt die Rennleitung oder der BAG?
Die sind mit dem Eintrag im Fahzeugschein zur Einzelabnahme nach §13 EG-FGV zufrieden und mit einer fehlerfreien OBD.
Manchmal freut sich die Polizei sogar wie damals:
https://www.giessener-allgemeine.de/regional/kreisgiessen/Kreis-Giessen-Diesel-Diebe-zapfen-mit-Tierfett-versetzten-Kraftstoff-ab;art457,181166

Gruß
Heinz


Wie lesenswert findest Du diesen Beitrag?                 Info zur Bewertung




Antworten:


[ FMSO.DE - Fahren mit Salatöl (deutsch) ]