Oh, eine Einspritze, toll !


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Geschrieben von Werner am 25. Januar 2025 23:48:27:

Als Antwort auf: Versager sind schon sehr unempfindlich, was Beschleunigung angeht. geschrieben von huebi am 25. Januar 2025 22:19:17:

Moin Huebi,

sicherlich ein Zwölfzylinder ?ich kann ja 10 Enden von dem Ding totlegen, bzw. mit Rücklauf zum Tank.

Bei E-Bay habe ich mal die ESP einer ME 109 gesehen, die sollte 75 kg wiegen oder 65.

Um diese Pumpen nur zu drehen, dürften mein Motörchen schon reichlich überfordert sein. Ich könnte aber eine Untersetzung 6:1 bauen und dann die zwölf Leitungen alle nutzen. Wär freilich etwas blöd, einzustellen.

Wie schon gesagt, es geht um Vertrauensarbeit, nicht nur um Technik. Der UL-Flugmotor Rotax 912 hat einen Marktanteil von mehr, als 95%. Und der hat auch Gleichdruckvergaser mit Schwimmerkammer.

Lange, bevor es den Rotax gab, hat die Firma Limbach ihre Boxer auch schon mit Gleichdruckvergasern mit Schwimmerkammer ausgerüstet. Für einen Viertaktmotor, der große Ansaugquerschnitte hat, um eine möglichst gute Füllung zu bekommen, ist ein Gleichdruckvergaser einfach ein Muß. Die alten Contis und Lycomings haben das nicht, die sind aber auch nicht drehmomentoptimiert und haben im Verhältnis zu den Hubräumen rel. kleine Vergaser. Verschlucken können die sich aber auch, man bedient den Gashebel gerne etwas sachte.

Das die Motorsägenvergaser nicht das Wahre sind, wissen alle, aber dennoch hat man eben Angst. Als ich die Kiste gekauft habe, meinte der Verkäufer "ja komisch, in hohen Drehzahlen magert der ab und setzt zeitweise aus, Du kannst aber damit fliegen, das geht" Er magert nicht ab, er überfettet, aber es läßt sich nicht anders einstellen, sonst kommt er nicht hoch. Das ist alles Käse.

Dann kam noch: "und manchmal geht er beim Gaswegnehmen nicht richtig zurück, dann krieg keine Panik, mach Deinen Anflug ganz normal und kurz hinter der Platzgrenze schaltest Du den Motor einfach aus. Die SD-1 segelt so gutmütig, die kannst einwandfrei landen" Da hatte ich gleich ein gutes Gefühl und sah mich schon das Flugzeug aus der Landebahn schieben, wenn der Motor nicht mehr an will.

Also kurz: man ist in der Szene Kummer gewohnt. Niemals nicht werde ich akzeptieren, dass man den Motor nicht richtig drosseln kann, aber die Maßnahmen sind ja bereits geschehen und greifen. Der Umabu auf die neuen Vergaser wird etwas blöde, aber ok, man muß flexibel sein.

Den Vergaser von einem Hubschrauber Sikorsky 58 hatte ich mal in der Hand. Einen fetten Sternmotor mit 9 Zylindern hat der versorgt. Da hätte ein Kind den Arm durchstecken können, ich glaube, der hatte 3 Zoll Durchmesser, ist schon lange her.

Diese Riesenbrennräume von anno dazumal waren gar nicht so leicht zu zünden, zumal die Verdichtung auch niedriger war, als bei heutigen Motoren. Zwei Zündkerzen brauchte man schon allein, damit er anspringt. Aber das fatale war, dass die Verbrennung häufig so langsam und unvollständig ablief, dass es im Zylinder noch brannte, wenn schon der Einlaß wieder öffnete. Dann brannte es gleich auch im Vergaser und im Saugsystem. Vergaserbrand, eine üble Sache.

Abhilfe, man hat die Motoren total überfettet gestartet. Ensprechend hat das auch gequalmt. Im Manual des Russendoppeldecker steht sogar, wenn er anfängt zu brennen, noch mehr Sprit reinpumpen, damit der Vergaser kalt bleibt. Wenn der Sprit dann rauslief und brannte, konnte es für das Flugzeug gefährlich werden. Es sind schon Antonovs 2 dadurch abgebrannt. Die Amis schreiben daher auch die Anwesenheit der Feuerwehr vor, wenn solche Oldies gestartet werden.

Kurz gesagt, für einen Anlaßvorgang brauchte man Sprit, viel Sprit. Das lief zum Teil löffelweise aus den Auspüffen raus. Mit dem Saft von einem Startvorgang kann man mit dem Auto locker vom Flugplatz wieder heim fahren - wenn man nicht gar so weit weg wohnt.

Gruß

Werner

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