Heute vor 47 Jahren
Geschrieben von Werner am 16. Februar 2025 18:46:03:
Als Antwort auf: running gag geschrieben von Henzo am 16. Februar 2025 00:49:43:
habe ich meine Verhandlung für die Absage an den Dienst mit der Waffe hinter mich gebracht.
Ich weiß noch genau, es lag Schnee. Am Tag davor gab es auf dem Schulhof eine Schneeballschlacht - an der ich mich diesmal nicht beteiligt habe.
Als ich da oben saß und gebeten wurde, meine Begründung vorzulesen, hatte ich die im Auto gelassen. Ich war so nervös, dass ich die vier Stockwerke runter gerannt bin, um sie zu holen - um dann festzustellen, dass ich meinen Autoschlüssel oben im vierten Stock liegen gelassen hatte. Das kleine Drehfensterchen meines Käfers hat sich nicht lange gewehrt und nachgegeben. Blöd war nur, dass der Parkwächter logischerweise angenommen hatte, ich würde ein Auto knacken wollen. Es ließ sich aufklären. Aber für mich war das Streß pur. Es gab seinerzeit einen Verhandlungsführer (ein Richter a.D., er sehr korrekt war) und drei Beisitzer, die dann abstimmen sollten. Einer von denen kam von der Bundeswehr und benam sich recht provokant. Aber ich bin mit 3:0 Stimmen da raus gegangen.
Weltkrieg oder nicht, auch kleine Kriege sind nix für mich.
Es gab mal die Diskussion, ob man Soldaten als Mörder bezeichnen darf. Ich finde diese Bezeichnung falsch, weil ein Mörder speziell eine bestimmte Person um die Ecke bringen will, um sich davon irgendeinen Vorteil zu verschaffen.
Soldaten sind Killer, die das tun, was ihnen befohlen wird, auch Menschen umbringen. Ins Gefängnis kommen sie nur, wenn der Gegner sie schnappt. Was hinterher mit diesen Menschen - also mit den Soldaten - ist, interessiert niemanden. Es sind keine Helden, es sind Verlierer. Sie haben das Schöne am Leben verloren.
Gruß
Werner
- Soldat sein, um keinen Krieg zu führen? Joachim S 17.02.2025 15:38 (1)
- Re: Soldat sein, um keinen Krieg zu führen? Werner 17.02.2025 20:47 (0)