Ja, letzteres , wobei die Leistung auch grenzwertig niedrig war
Geschrieben von Werner am 28. Dezember 2025 20:09:09:
Als Antwort auf: Re: Die Landung geschrieben von Joachim S am 28. Dezember 2025 19:32:55:
Moin,
der Typ ist zwar etwas crazy, aber kein dummer Mensch. Und wenn man gesehen hat, wie schlecht das Flugzeug ingesamt zu steuern war, dann wäre es absolut unverantwortlich gewesen, damit höher zu steigen. Das macht man, wenn man nicht total plemplem ist, schon ganz von allein. Ich habe auch gesehen, wie er die Schräglage, als sie zu stark wurde, wieder korrigiert hat. Mit mehr Schräglage wäre die Kurve enger geworden und es hätte vielleicht gepaßt. Aber die Gefahr, dass dann ein Flügel auf den Boden kommt, ist größer, als in solch ein paar dünne Zweige zu rauschen.
Solche Entwürfe haben in aller Regel extrem schlechte Flugeigenschaften. Und er hatte dem Ding gegenüber vorher ja nur eine großere V-Form gegeben, damit er mit dem Seitenruder die Querlage wieder richten konnte. Beim Modellflugzeug fällt das nicht so auf, es gibt viele Modellflugzeuge ohne Flügelruder, also ohne Querruder. Man spannt die Flügel einfach mit Gummiringen auf den Rumpf und fliegt los. Für Anfänger ideal, weil sie sich auf zwei Steuerachsen konzentrieren können und weil beim Crash die Flügel meist einfach davon springen, aber nicht brechen.
Wenn man dann aber in so einem Ding sitzt und erstmal richtig merkt, wie zappelig und ungenau sich sowas steuern läßt, dann ist das nicht mehr so lustig. Die Übertragung auf groß kann man nicht so einfach machen.
Die Flügel enden ja an den Ding einfach wie abgeschnitten. Sie sind sogar offen am Ende. Das bedeutet, dass dort eine Menge Widerstand erzeugt wird. Wenn man jetzt bei diesen niedrigen Geschwindigkeiten eine Kurve fliegt, dann wird die kurveninnere Tragfläche schon deutlich langsamer. Der fliegende Pappkarton flog ja bereits an der unteren Grenze, da waren keine Reserven mehr. Wenn man also dann in der Kurve ist, sinket der innere Flügel durch den Auftriebsverlust weiter ab und man muß gegen steuern. Dies aber ging ja nur über das Seitenruder, sodaß das Flugzeug dadurch auch sofort einen viel größeren Kurvenradius fliegt.
Sackt einem der Flügel dann ganz weg und berührt den Boden, dann bremst es richtig und der andere Flügel kriegt spontan so viel Fahrt , dass er hochschnellt und das Flugzeug dann sich überschlagen kann, zumindest aber mit der Flügeln vertikal steht und über die Nase ein Rad schlägt. Das ist sehr gefährlich, wenn man da nur drin hockt ohne Schutz. Da federn Zweige das ganze wesentlich sanfter ab.
Bei ausreichend Höhe ist so ein kippeliger Flugzustand häufig die Einleitung zum Trudeln. Dieser Pappkarton trudelt mit Sicherheit sehr leicht und zerlegt sich dabei auch.
Wie gesagt, dieses frühere Team, wo der Mann mit drin war, hat eine Menge probiert und auch viel Theorie mit dabei gehabt. Spektakulär waren die Aufnahmen, wo die Eingangstür und die Hintertür des Modellflugladens geöffnet wurden und ein Flugmodell mit knappen 200 Sachen dadurch geflogen ist. Bei den Versuchen hat es einmal nicht geklappt und das Modell hat ein ganzes Regal abgeräumt :)). Das war aber Kalkül von den Jungs und hat nur noch mehr Einschaltquote gebracht.
Wäre der fliegende Pappkarton nur 10 bis 15 km/h schneller, dann ließe er sich auch gleich stabiler fliegen, aber dazu müßten Motoren mit der zwei bis dreifachen Leistung installiert werden.
Ich denke, das ganze soll einfach nur ein Spaß sein. Bin gespannt, ob er das jetzt noch weiter treibt. Eigentlich muß er es ja, weil er jetzt Clicks gesammelt hat und die Fans natürlich mehr sehen wollen. Da wäre es ungeschickt, gleich mit was richtig fuktionierendem zu kommen.
Gruß
Werner