Re: 50er, die hatten (fast) alle zwei Ringe


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Geschrieben von Werner am 08. Januar 2026 01:02:07:

Als Antwort auf: 50er geschrieben von Uli S. am 07. Januar 2026 15:56:18:

Moin Uli,

ich sehe erstaunt, dass die Simsons in der Tat nur einen Ring haben. Damals, als wir 50er fuhren, war die DDR weiter weg, als jetzt China entfernt ist.

Woran haben wir geschraubt, Hercules, Starflite usw. also Sachsmotoren, Zündapp (die übrigens sehr gut lief), YAMAHA RD50 (meiner einer, die Leute haben sich immer totgelacht, wie ein 190 cm Mann auf dem kleinen Ding saß. Die RD 50 hatte einen Flachring und oben einen L-Ring. Da der Kolben mit der Zeit wegbruzzelte, brach irgendwann der L-Ring raus und das war es. Mit etwas Glück passierte das bereits vor 6000km, dann ging es auf Garantie - bei mir leider nicht. Der Ersatzkolben hatte dann zwei normale Ringe, aber es war leider spürbar, dass etwas Leistung fehlte.

Meine Yammi hatte in 20.000 km fünf Kolben gebraucht. Aber es hätte mal jemand was gegen meine Qualitätsmaschine sagen sollen . . . . . .

Ach so, und Kreidler hatten wir natürlich auch. Die konnte man mit Hausmitteln noch mal richtig auf Trab bringen, obwohl sie schon nominell 6,25 PS hatte. Bei der waren die Kolbenringe ein Schwachpunkt. Mitunter hörte man bei Vollgas und knappen 100 km/h in regelmäßigen Abständen ein "Tick". Das war dann das Ende eines Kolbenringes, was abbrach und im Auspuff verschwand. Einmal ganz rum, bis der gesamte Ring weg war. Der Leistung tat das keinen Abbruch, jedenfalls nicht bei der Drehzahl. Den Leerlauf mußte man allerdings richtig hoch stellen, damit sie anblieb. Ein Mitlehrling von mir hat seine Karre immer angeschoben, das ging ganz leicht und irgendwann haben mir in der Mittagspause mal den Zylinder abgezogen. Ja, da waren keine Kolbenringe mehr dran, die lagen zerstückelt im Auspuff.

Puch und Maico waren bei uns nur zu Gast. Tolle Flitzer, besonders die Puch. Aber offen habe ich beide nie gesehen.

Regelrecht begeistert hat mich der Vorgänger der RD50. Leider ein seltenes Stück. Die hieß YF 50 oder so ähnlich und hatte nur 5 PS. Der Motor hatte Drehschiebersteuerung und lief im Leerlauf derat vorbildlich, wie ich es bei einem Zweitakter nirgends sonst gesehen habe. Der lief echt aussetzerfrei, jede Umdrehung eine Zündung. Das war genial.

Die beiden Kolbenringe waren meist um 180° versetzt eingebaut, damit die beste Dichtigkeit erreicht werden konnte. Je nach Position der Spülkanäle wurden die Ringe arretiert. Mitunter konnten die 180° auch nicht ganz verwirklicht werden.

Gruß

Werner

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