Saugzuggebläse


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Geschrieben von Werner am 19. Januar 2026 23:59:12:

Als Antwort auf: Re: Strömungstechnischer Vortrag? Gerne :-) geschrieben von laden am 19. Januar 2026 17:51:31:

Moin,

mein alter Herr hatte sich in der in der Zeit der Ölkrise einen Holzofen für die Zentralheizung aufquatschen lassen. Holz hatten wir reichlich und konnten es aus dem Wald immer nachholen. Die Preise waren damals noch überschauber. Der Aufwand bestand im Fällen, Entasten, Sägen, Hacken, Stapeln und schließlich auch im Entaschen der Heizung.

Nun, der Hersteller schrieb eine Kaminhöhe von mindestens 8m vor. Guter Witz, mein Elternhaus war/ist ein Bungalow. Also war das Anbrennen immer eine qualmende Geschichte. Der Heizkeller voller Rauch, was tun ? Vater hatte einen guten Freund, der war Elektromeister und baute ihm einen Ventilator zum Rauch abziehen ein. Beide schauten dumm aus der Wäsche, als der Qualm nur noch schlimmer wurde und der Rauchstrahl aus dem Kellerfenster austrat. Also wurde das Ding wieder abgestellt und man mühte sich weiter.

Ich war damals Student und hatte die Idee mit dem Saugzuggebläse. Der Ventilator war ein einfaches Plastikteil, nicht gebaut für Abgase, aber Wernerlein war ja erfinderisch und hat auf den rechteckigen Kamin eine Holzvorrichtung aufgebaut, die als Schlitten für den Ventilator dienen sollte. Der Ventilator steckte in einem Brett, welches vorher in dem kleinen Kellerfenster montiert war. Das habe ich nicht verändert, weil es gut paßte.

Der Schiebeschlitten wurde von unten aus mit zwei Leinen hin und her geschoben. der Kaminkopf war ziemlich lang, weil dort fünf Züge durchliefen, einer für die Heizung, zwei für offene Kamine, einer als Reserve und einer für Lüftung.

Ich habe also an die Leinen eine Markierung angebracht, damit ich immer wußte, wann der Ventilator genau über der Öffnung für die Heizung saß. Sobald das Holzfeuer richtig angebrannt war, wurde der Schlitten wieder auf die Seite gezogen.

Das war toll ! Nun gab es keinen Qualm mehr im Keller, draußen konnte man schön sehen, wie es erst weiß rauchte, dann langsam grau werdend und plötzlich nur noch leicht bläulich, dann war die Nachverbrennung mit Sekundärluft in Brand gekommen, und es wurde Zeit den Ventilator wieder wegzuschieben. Niemand hat mich dafür gelobt, die Leute hatten alle eigenen Streß, aber ich habe die Idee gefeiert bis . . . . . . auf einmal ging es nicht mehr. Man hört zwar im Keller den Ventilator laufen, aber es zog nicht. Koooomisch, wassn los ? Also rauf aufs Dach, waren ja nur 3m Höhe und Flachdach und . . . . . die Flügel vom Ventilator waren weg ! Wie jetzt, weg ? Ja, weg, einfach nicht mehr da, nirgends zu finden. Die Nabe, wo die Flügel angegossen gewesen waren, sah arg korrodiert aus, der Kunststoff kristalliserte sogar. Anscheinend hat das Material die Temperaturwechsel und die Feuchte und den Schwefel der Briketts nicht vertragen, die ab und zu auch verfeuert wurden.

Mhhm, dascha blöd, und wo einen neuen herkriegen ? Aber es wurde Frühling und die Heizung wurde nicht mehr gebraucht. Im nächsten Winter hat der Vater dann die Nase voll gehabt, zwei Winter Holz heizen haben gereicht, der Ölbrenner wurde wieder davor gehängt und das war es.

Auf dem Foto sieht man mich in liegender Position und schräg dahinter das den Auslauf des Holzhaufens, der für die Heizung gedacht war. Zu sehen ist etwa nur ein Zehntel des Holzes, was wir in diesen Tagen zur Einlagerung verarbeitet haben.

Erster-Flieger


Auf dem kleinen Fahrrad oben rechts sitzt mein jüngster Bruder, heute promovierter Maschinenbau-Ingenieur, der im letzten Jahr die 60 geknackt hat. Gott, wie die Zeit vergeht . . . .

Das mit der Preßluft finde ich cool, Unterdruck durch Strömung erzeugen, praktisch schnell gemacht, die theoretische Erklärung so richtig richtig schwierig.

Gruß

Werner

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