Das muß man sich mal überlegen
Geschrieben von Werner am 11. Mai 2026 09:54:32:
Als Antwort auf: Re: Hatte nicht Honda damals als erster die 1000PS geknackt ? geschrieben von Espace17 am 11. Mai 2026 06:46:03:
1000 PS um ein Männeken für so eine Show um einen Kurvenkurs zu jagen. Das wird im wirkungsgrad eigentlich nur noch vom Düsenjäger unterboten, bei dem auch nur eine Figur am Himmel langjagt, ohne irgendwo hinzukommen und mit einem Stundenverbrauch, mit dem wir einen Winter lang heizen könnten.
Aber wenndat mut, dann mut datt !
Ich bin den Nürburgring zweimal gelaufen. Wollte aber vorher schon mal das Erlebnis körperlich haben und habe des nachts mein Mountain Bike ungefähr an der Stelle, wo Lauda damals verunglückt ist, über den Zaun gehoben und bin los. Die Einfahrtstore waren zu meiner Überraschung mit Nachtwächtern besetzt, da konnte ich also nicht durch. Schätze mal, dass ohne Wächter auch andere auf so eine Idee kommen, aber dann mit PS-starken Autos.
Der Anstieg durch das Kesselchen rauf bis zur hohen Acht hat etwas gedauert, wie man sich denken kann. Um nicht gesehen zu werden, bin ich ohne Licht gefahren, habe die Tierwelt erlebt, die sich nachts auf der Strecke rumtreibt. Füchse, bestimmt 20 Stück, Marder und anders Gewusel. Eulen haben mich lautlos überflogen. Teils war nicht klar, wer sich mehr erschrocken hat, das Tier oder ich.
Nachdem ich an der hohen Acht angekommen war, ging es flotter. Kurven in dem Sinne hatte ich keine, dafür ist das Fahrrad einfach zu langsam. Die Gerade ging super, im Vergleich zum Laufen war das gar nix, aber dann an Start und Ziel hatte ich Streß, evtl. gesehen zu werden. Da war Beleuchtung, ich hörte Leute reden, die standen da um ein Rennauto rum und machten irgendwas. Ich hatte Glück, mich hat keiner bemerkt. Und so bin ich in den Hatzenbach eingekurvt, da ging es dann bergab und man konnte sogar mal die Kurve wahrnehmen.
Flugplatz war nicht einfach, ohne Abzuheben zu passieren
nee Spaß, der kurze Anstieg hat ganz schön geschlaucht. Ab Schwedenkreuz nur noch rollen lassen und Aremberg so richtig genießen.
Die Fuchsröhre machte ihrem Namen alle Ehre, da liefen echt Füchse über die Fahrbahn. Später dann die Wehrseifenkurve gab sogar Schräglage . . . und rausgekommen bin ich auch wieder unbehelligt. Die Zeit habe ich nicht gemessen. Aber der Beweis war erbracht, man kann auch mit 300 bis 400 Watt Tretleistung eine Rennstrecke umrunden.
Später dann beim Nürburgringlauf habe ich mich mit den 70-jährigen Ommis um die letzten Plätze geschlagen. Das Ziel, zweieinhalb Stunden für die Strecke, habe ich nicht geschafft. Beim zweiten Mal dann habe ich zwei Stunden 17 Minuten gebraucht. Aber generell als Laufstrecke sind solche Bahnen sehr gut zu gebrauchen. Dazu ist die Bahn topfeben und man hat keine Löcher oder Stolpersteine. Niemand kann mogeln, es gibt keine Abkürzungen, es sei denn, man springt über die Leitplanke und läuft durch den Wald rauf und runter. Nach etwa der ersten Stunde fährt ein Saniwagen langsam die Strecke ab und sammelt all die Laufleichen ein, die im Gras liegen und sich die Waden reiben. Der kommt dann öfters ;).
Beim ersten Mal hatte ich Startnummer 2850 und war einer der letzten Meldungen. Beim zweiten Mal warn schon über 5000 Läufer am Start, da hat es schon keinen rechten Spaß mehr gemacht.
Heute kann ich das nicht mehr, aber den Nürbungring kann man auch außen umwandern. Am besten im Winter, wenn keiner fährt, da gibt es geheime Stellen, wo die Zäune Löcher haben, damit man die Bahn überqueren kann und auf den anderen Seite weiter gehen. Nicht immer gibt es auf beiden Seiten Wege. Habe ich mit meiner Frau Doktor schon ein paar Mal gemacht, das ist echt schön.
Gruß
Werner