Nee, also so nun doch nicht


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Geschrieben von Werner am 19. Mai 2026 23:05:15:

Als Antwort auf: Gyros geschrieben von Henzo am 19. Mai 2026 22:14:54:

Moin,

wenn der Propeller von einem Kleinflugzeug blockiert, gibt es einen Ruck, gefolgt von einer Serie von Flüchen. Abschmieren tut mal vielleicht gelegentlich mal die Rudergelenke. Aber das Trägheitsmoment des Propellers reicht nicht aus, um einen Flieger auf den Kopp zu drehen.

Gelegentlich wird bzw. wurde bei Unfällen etwas verwechselt oder sagen wir, nicht richtig gesehen. Die großen Warbirds mit Motoren im vierstelligen PS-Bereich, sind sehr mit Vorsicht zu genießen, wenn man zu langsam fliegt und zur Korrektur hektisch Gas gibt. Das Trägheitsmoment beim Beschleunigen des Propellers ist zwar vorhanden, aber abkippen tut die Kiste, weil die Strömung an den Flügeln schon grenzwertig schlecht ist und einer der Flügel noch das Drehmoment der Maschine mit tragen soll. Da hilft dann auch kein Gegenruder mehr, die Karre kippt über den überlasteten Flüge weg und geht in den Sturzflug. Bei ausreichend Höhe kein Problem, beim Landeanflug auf dem Feldflugplatz mit plötzlicher Entscheidung durchzustarten extrem kritisch und auch unfallträchtig. Ein Warbird, was auf einer Wiese landen soll, muß mit ausreichend Fahrt bis kurz vor den Aufsetzpunkt geflogen werden, damit Korrekturen möglich sind. Erst, wenn dann sichergestellt ist, dass gelandet werden kann, wird das Gas ganz rausgezogen und die Restfahrt abgebaut. Wenn man im Datenblatt einer Me 109 die Mindestgeschwindigkeit von 135 km/h liest, denkt man erst "Ooch, geht ja, issja garnich so schlimm!" aber das ist nur ein gemessener Wert bei absolut idealen Bedigungen. Einmal Gas drauf und das war es. Realistisch war damals 180 km/h quer durch die Bank weg, ob Spitfire oder Mustang oder Messerschmitt. Bis runter zu dieser Geschwindigkeit konnte man noch alles machen.

Bevor ich meine SD-1 gekauft habe, hat mir der Verkäufer und Importeur dieses Kleinfliegers den Kopf gewaschen und gemeint, ich könne nicht landen. Verwirrt schaute ich ihn an und sagte "wieso ? es hat sich noch niemand beschwert, auch nicht von den Mitfliegenden" Jaaa, meinte er, aber ein Spornradflugzeug so zu landen, wie einen Airliner, das wird nix, also üben üben üben.

Er wollte, dass ich das Bugradflugzeug so lande, als hätte es hinten ein Spornrad, also so richtig mit dem Schwanz zuerst auf den Boden. Und da zeigten sich bei mir die Lücken, ich konnte das noch gar nicht richtig. Und einmal habe ich mich verschätzt und zur früh abgefangen, war vielleicht noch einen Meter hoch, merke das und gebe nur zart etwas Gas, damit die Karre nicht runterplumst und da . . . . hat die sich tatsächlich zur Seite gedreht, ich war also schon echt langsam und mit Gras unter den Rädern wäre es eine gute Landung gewesen, aber das Gras war eben noch zu weit unter mir. Diese Reaktion habe ich nicht erwartet, aber dennoch so schnell reagiert, dass schließlich doch noch eine weiche Landung geradeaus draus wurde.

Der Fluglehrer war der einzige, der wußte, dass ich alleine im Flugzeug saß. Er hat später meine Reaktion gelobt. Alle anderen, die das gesehen haben, haben gedacht, der Flugschüler versucht es und der Lehrer greift ein. Die haben sich echt gewundert, dass nur eine Figur aus dem Flugzeug gekrabbelt ist.

Zum Kreiselmoment schreibe antworte ich Waldi.

Gruß

Werner

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