Manchmal auch die einzig sinnvolle Möglichkeit
Geschrieben von Werner am 26. Mai 2026 11:18:55:
Als Antwort auf: Zweipunktregelung... geschrieben von Joachim S am 25. Mai 2026 22:36:14:
Moin Jo und huebi,
Kühlschränke haben eine Zweipunktregelung, wie genau die ist, sei mal dahin gestellt.
Ein Grund ist natürlich, dass so ein Regler billig ist. Aber regelungstechnisch würde man auch teuer einen Zweipunktregler vorsehen.
Ein alter Kollege von mir hat mal am Kühlschrank seiner Oma gebastelt und einen echten Regler eingebaut, mit FU für das Motörchen und allem Pipapo. Es gab ein kleines Display für die Anzeigen und Parameter.
Er hat es nicht hingekriegt, bzw. die einzige Einstellung mit der es geklappt hat, war letztlich eine ON/OFF Regelung.
Reglerschwingungen sind das Übel schlechthin, aber es gibt Kriterien dafür und wenn man es theoretisch bestrachtet, ist die Schwingung das einzige, was stabil ist. Im Weltenraum entspricht das der Rotation, die im Prinzip auch eine Schwingung ist.
Beim Kühlschrank kommt das Problem hinzu, dass der aperiodisch geöffnet wird für unterschiedliche Zeiten. Da haben schon Doktoranden dran getüftelt und es nicht gefixt.
Aber mal zu Deinem Ofen: ich geh davon aus, dass Du darin etwas aufheizen willst, was länger in dem Ofen verweilt ?
Dann mal als erstes: Finger weg vom D-Anteil, der macht nur Ärger und ist bei sowas nicht nötig. Viele Glauben, man könne mit dem D-Anteil Schwingungen dämpfen, kann man aber nicht, man kann nur die Frequenz verändern und das Bild verzerren. D-Anteile sind nur dafür da auf sich ÄNDERNDE Istwerte zu reagieren. Und beim Ofen, der in Ruhe gelassen wird, gibt es dafür keinen Grund.
Als nächtes: den P-Faktor erstmal so klein stellen, dass die Temperatur im Ofen nicht mehr schwingt - das braucht ein bißchen Zeit und Geduld. Dann den I-Anteil dazu nehmen und klein anfangen. Ich kenne den Ofen nicht, müßte erstmal den Temperturverlauf über die Zeit sehen, wenn er auf 100% hochheizt.
Aber mit 10000 Sekunden für die Nachtstellzeit des I-Anteils geht erstmal nichts schief. 1000 Sekunden würde ich gefühlt für die untere Grenze halten. Das sind dann knapp 20 Minuten. Bei den Töpfern ist das keine Zeit, die denen zu lang wird. Ich habe bei einer Töpferen, von der ich einen sehr schönen Teller bekommen habe, geholfen, den neuen Ofen zu justieren. Die Zahlen weiß ich nicht mehr, aber die Nachstellzeit war irgendwas von einer Stunde.
Der neue Ofen war deshalb gekommen, weil der alte 1. schlecht regelte und 2. keine gute Verteilung der Temperatur hatte. Bei den Töpfern ist und bleibt es immer die Überraschung, den abgekühlten Ofen zu öffnen und zu schauen, was alles heil geblieben ist.
Gruß
Werner