Zwei Beispiele für fliegende Untertassen
Geschrieben von Werner am 03. Juni 2026 14:24:24:
Als Antwort auf: Uuups ... geschrieben von waldi am 02. Juni 2026 21:20:01:
Hallo Waldi,
Flugzeugbauerregel, niemals tangential zum Propeller stehen. An sich passiert da ja nichts, aber es gibt auch Armateurbauten, wo der Täter nicht vor dem Schnitzen des Propellers zurück geschreckt ist.
Probelauf, bei bestimmten Drehzahlen blöde Schwingungen, so mehr ein Rütteln. Irgendwer will gesehen haben, dass die Propellerblätter axial schwingen. Also stellt sich einer genau radial zum Propeller und schaut, der Eigner und Erbauer variiert die Drehzahlen und tatsächlich, es sind unterschiedliche Kreisebenen auszumachen. Kaum wird das vom Beobachter bestätigt, fliegt auch schon eins der Blätter ab und saust auf ihn zu. Da das Blatt aber noch an der Nabe so angestellt war, dass es Vortrieb erzeugt, hat es ihn knapp verfehlt. Den Motor hätte es fast aus dem Flieger gerissen. Motorträger hatte Risse und einiges mußte neu gemacht werden. Der Propeller natürlich auch. Der Beobachter war völlig heil und hatte etwas gelernt.
Zweiter Fall, bei uns im Lehrbetrieb: für die Rundsickenmaschinen, wie Du ja auch eine hast mittlerweile, gibt es diese Anschlagschilder aus Grauguß. Die wurden bei uns im Betrieb auf der Drehbank plan gedreht. Gelegentlich war das Rohteil nicht so ganz einfach einzuspannen, weil der Guß nicht besonders genau war. Dreher arbeitet im Akkord und steigert die Bearbeitungsgeschwindigkeit per Versuch langsam bis auf das Doppelte. Eins der Schilder spannte ihm aus, flog so dicht an seinem Kopf vorbei, dass der rechte Brillenbügel samt Gelenk nach hinten weg flog. Die kaputte Brille fiel in Gegenrichtung ihm von der Nase. An der Schläfe fehlten Haare und eine fette Schramme fing an zu bluten. Das Ohr hatte ebenfalls eine Platzwunde.
Junge Junge, das hätte buchstäblich ins Auge gehen können.
Angst sollte man nicht haben, aber etwas Respekt ist schon angebracht.
Gruß
Werner