wieso heimlich ?


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Geschrieben von Werner am 25. Juni 2026 18:51:01:

Als Antwort auf: gesiebt geschrieben von Henzo am 25. Juni 2026 15:59:30:

Moin Henzo,

danke für die Antwort. Die Mehrzahl der ESPs sind ja nicht für PÖL gebaut worden, sondern für Diesel, deshalb meine Frage.

Die Tankwagen sind eigentlich immer sehr sauber. Das war früher anders, als noch oben die Deckel aufgemacht wurden und per Schwerkraftrohr befüllt wurde. Da gab es hin und ab Insekten im Sprit oder sogar mal einen toten Vogel.

Abgeschafft wurden diese sog. Toploader nicht nur wegen offenen Stellen an der Befüllöfnnung, diese wurden schon bald mit Manschetten etwas dichter gehalten, was aber auch nicht richtig funktionierte im Alltag, sondern hauptsächlich aus zwei Gründen:

1. Gefährdung, der LKW-Fahrer mußte per Treppe auf sein Auto steigen, was nach tagelangem Gebrauch gerade oben um die Einüllöffnung schnell versaut und damit rutschig war.

2. Die Mengenmessungen waren zu ungenau für die eichamtliche Abwicklung per Durchfluß und digitaler Übertragung. Die einzig gültige Messung war die Waage.

Heute fährt der Fahrer seinen Laster an einen Turm, wo er ohne auszusteigen, seine Jobcard einliest, das System weist ihm dann eine Befülstelle zu und er muß dort nur noch den ebenerdigen Ladearm oder Schlauch anschlagen und einen Knopf betätigen. Er muß dazu gar nicht wissen, WAS er gerade bekommt, das System hat die Bestellungen genau gespeichert und füllt genau so viel rein, wie bestellt ist. Gegen Überfüllung gibt es trotzdem noch Sicherheitseinrichtungen, falls das Auto nicht leer ist bei der Einfahrt.

Das Abtanken an der Tankstelle kann noch per Schwerkraft geschehen, wird aber häufig durch Pumpen beschleunigt. Das sind Kreiselpumpen, nix besonderes. Die sind elektrisch und brauchen Strom vom Haus. Wenn also abends oder nachts befüllt wird, meist per Schwerkraft. Der Motor des Lasters darf währenddessen nicht laufen, was aber auch nicht immer so gehandhabt wird.

Also wenn keiner in den Tank reinpinkelt, sind die eigentlich sauber. Nach TÜV-Inspektion etc. werden die komplett sauber gemacht, das gehört zur Abnahme dazu.

Gruß

Werner

P.S.: zur Beurteilung meiner Arbeit im Jahr 1986 wurde ich von meinem Chef aufgefordert, ein wenig was zu schreiben über die Verladetechnik und was mir sonst noch so einfällt. Es ging darum, dass wir zu dritt eingestellt wurden und nach einem halben Jahr nur zwei übernommen werden konnten (einer ist von selbst gegangen)

Also schrieb ich und schlug vor, dass man die Ladearme so kennzeichnet, dass ein elektronisches System an Bord eines Schiffes erkennt, wenn die falsche Suppe eingetankt werden soll.

Darauf lächelte unser Chef und meinte, er hielte nichts von diesen Computern und nur wenn es einen Computer gäbe, der einen dummen Matrosen von Bord schnippt, würde er sich dafür stark machen. Aber er fand meinen Rapport gut und ich hatte die Probezeit hinter mir.

Kurz drauf wurden die ersten Raffinerien mit magnetcodierten Ladearmen ausgerüstet, die in einfachster Weise die Unterscheidung zwischen Diesel, Heizöl, Normalbenzin und Super kennzeichneten. Da hatte ich wohl schon das richtige Zukunftsauge.

Die Fahrer hatten das schnell spitz und hielten Geldstücke vor die Magneten, um die Verladepumpen doch noch dazu zu kriegen, was abzugeben.

Heute geht das komplett automatisch, der Fahrer muß eigentlich nur noch fahren.

Bei großen Raffinerien gibt es ein richtiges Wegemanagementsystem, denn bei richtig Traffic steigt auch die Gefahr von Unfällen im Werksverkehr.

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