Die vierzig-Zeichen-Zeile vom Commodore C64


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Geschrieben von Werner am 10. März 2025 23:19:38:

Als Antwort auf: Nachtrag geschrieben von waldi am 10. März 2025 16:10:17:

Moin,

in einer Zeit, als der junge Werner noch durch die zur Verfügung stehenden Computer durchgeblickt hat, war es recht nervig, dass der C64 nur 40 Zeichen hatte. Die Zeichen selbst bestanden aus 8x8 Pixeln und diese Felder waren fixiert und nicht veränderbar. Die klassische Schreibmaschinenseite hatte damals 65 Zeichen, aber natürlich ohne Randausgleich usw. Es machte einfach "ping" und der große Returnhebel wurde geschwungen, begleitet von dem Krrrk des Zeilenvorschubes.

Also (Absatz) hat Wernerlein auf Abhilfe gesonnen und den C64 Bildschirem auf Pixel gesetzt, also sozusagen Bitmap ohne feste Zeichendarstellung. Dazu mußte man den Anzeigebereich ändern. Dann habe ich mir die Mühe gemacht, Zeichen zu schaffen, die mit 7x7 Pixeln auskommen. Für meinen kleinen Schwarzweiß-Fernseher, oder besser Hellgrau/dunkelgrau-Fernseher habe ich dann die Farben cyan für die Schrift und grau für den Hintergrund gewählt. Das gab den schärfsten Kontrast.

Da die Zeichen nicht aneinander kleben durften, mußte ich also real mit sechs Pixeln in der Breite auskommen, was eine ziemlich Herausforderung war. Das kleine "n" bestand nur aus 8 Pixeln, war aber im Zusammenhang doch leidlich erkennbar. Nun mußte aber noch ein Programm her, damit man überhaupt Zeichen eingeben konnte. Das ging mit dem Assembler für den 6502 bzw. 6510 und kostete auch noch mal viel Zeit. Als ich das meinem Kumpel vorstellte, meinte der "sagenhaft, schreib mal was" das ging alles, aber "einfügen" oder "entfernen" bedeute, dass alle Buchstaben neu geschrieben werden mußten. Da hat der Dampfmaschinenprozessor schon einige Zeit für gebraucht und solange auch die Tastatur nicht mehr abgefragt. Man sah, wie die Buchstaben sich zurecht ruckelten und zuckelten, aber ich konnte damit Bewerbungen schreiben, die per Schnittstelle an meine Adler-Schreibmaschine gesendet wurden.

Irgendwie eine tolle Zeit, mehr gab es nicht und man mußte sich was ausdenken. Heute lädt man sich Apps runter in einer Auswahl und Fülle, dass man gar nicht mehr durchblicken KANN !

Hatten wir damals die Zeit ? Wir haben sie uns einfach genommen und unserer Kopf schüttelnden Eltern ignoriert.

Gruß

Werner

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