Diesel drehen höher als Benziner - olle Kamelle!
Geschrieben von Obi am 22. März 2026 07:10:03:
Als Antwort auf: Mann Mann, wenn VW das wüßte . . . . geschrieben von Werner am 16. März 2026 22:25:41:
Moin Werner,
Als VW den Diesel im PKW erstmalig anbot, drehte der schon ganz schön amtlich.
Der Motor 1,5l Dieselmotor CK, den Deine Eltern im Golf1 hatten, lieferte in den ab August 1976 verfügbaren Fahrzeugen mit seinen 76,5mm Zylinderbohrung und 80mm Hub 84Nm@3000/min und damals 37kW(50PS)@5000/min.
Die Transporter 251 (gerne T3 genannt, Produktionsstart war am 30 April 1979) kamen mit dem Motor CT auf den Markt, der mit 103Nm@2400/min und 37kW@4000/min aus 1,6l Hubraum aufwartete. Der 2,0l Luftboxer CU wartete mit 137Nm@3000/min und 51kW@4200/min auf. Der ab November 1980 produzierte 1,6l Dieselmotor CS für den heckgetriebenen Transporter lieferte in der Endausführung mit M12-Zylinderkopfschrauben ab Motor-Nr. CS000339 103Nm@2000/min und 37kW(50PS)@4200/min und war mit dem großen Luftboxer CU in Sachen Nenndrehzahl gleichauf.Den Grundsatz: "Drehzahlen kosten nicht viel" kenne ich aus einem Buch über Motorrad-Zweitakter. Der stammt aus der Zeit um 1910. Doof an hoch dehenden Motoren ist, dass sie gewöhnlich sehr trinkfest sind.
Der VW-Konzern hat mit der Absenkung der Betriebsdrehzahlen seiner Diesel nichts falsch gemach. Der "große Wurf", wie Du den unter der Kennung AHU weiter gebauten TDI-Motor 1Z genannt hast, wurde bis Dezember 1993 noch ein wenig anders ausgerüstet wie ab Januar 1994. In meinem Audi80 avant hängt noch die Ur-Ausführung mit Stauklappen-LuftMENGENmesser und der Einspritzpumpe des Typs VP36. Diese Ausführung gibt 182Nm@2300/min und 66kW@4000/min ab und kommt auf maximal 38% Wirkungsgrad.
Die Ausführung ab Januar 1994 wurde dann mit einem LuftMASSENmesser und dem Einspritzpumpentyp VP37 ausgerüstet, das Verdichtungsverhältnis von 21 auf 19,5 reduziert. Die Höchstleistung blieb bei 66kW@4000/min, das höchste Drehmoment stieg auf 202Nm@1900/min, der maximale Wirkungsgrad stieg auf 43%=197g/kWh@1800/min und Volllast. Das Muscheldiagramm hat jemand hier wieder hineingestellt, als ich mit Hanomedes über den strittigen Wert für den Wirkungsgrad des Motors 1Z diskutiert habe.
Es gab noch den Motor ALE, der dann 210Nm@1900/min und - wer ahnt es - 66kW abgab. Die Nenndrehzahl sank beim ALE aber auf 3750/min, was die Trinkfestigkeit zusammen mit der meines Wissens längeren Übersetzung im 5. Gang im Überland- und Autobahnbetrieb weiter reduzieren half.Wenn dann die Person hinter dem Lenkrad das Potenzial aucv zu nutzen weiss, freut sich selbige. Die Leute, die den 1Z in der Ortschaft bei 50km/h im 2. Gang mit über 3000/min jaulen lassen, brauchen sich nicht darüber wundern, dass das Auto trotz des sparsam konzipierten Antriebsstrangs säuft wie ein halb verdursteter Wasserbüffel. Ich erkläre mir den mit steigender Drehzahl stark abfallenden Wirkungsgrad unter Snderem damit, dass zum Beispiel die Ölpumpe im Motor auf eine sichere Versorgung der Schmierstellen bei Leerlaufdrehzahl ausgelegt wird, aber bei steigender Drehzahl nach wie vor das gleiche Ölvolumen zwischen der Gehäusewand und den Zahnflanken ihrer Pumpenzahnräder durchmöhrt und zur Druckbegrenzung nur ein Loch aufreisst. Die in moderneren Motoren üblichen bedarfsgeregelten Ölpumpen reduzieren dagegen das geförderte Volumen, womit dieser Leistungsfresser dann auch reduziert wird. Wie man so etwas baut, damit due Steuerung bzw. Regelung nicht wieder gehörig Leistung frisst, habe ich mir auch bereits als Denksportaufgabe gestellt.
Gruß,
Obi
- Nicht ganz Werner 22.03.2026 14:30 (0)
- Auch die ollen Vorkammer-Benze drehten erstaunlich hoch. Joachim S 22.03.2026 09:14 (1)
- Szimmt, die Benze drehten bis in die späten 1990er bis 5000/min Obi 22.03.2026 10:30 (0)