2²/2*850=
Geschrieben von Werner am 02. April 2026 18:24:22:
Als Antwort auf: Re: Wie jetzt ? geschrieben von Joachim S am 02. April 2026 16:11:41:
In Worten: zwei Meter pro Sekunde zum Quadrat geteilt durch 2 (das geht noch im Kopf) * Dichte des Öls ergibt 1700 Pa, also 17mbar. Das wäre dann der Bernoulli-Druck, bzw. richtig benannt, der dynamische Druck.
Das ist nicht viel, kann eigentlich nix machen. Nun kommt die Rohrlänge geteilt durch den Durchmesser multitpliziert mit dem Lambda, wo man erstmal 0,02 nimmt, als Faktor für dynamischen Druck, wenn man sonst nichts weiß.
Aaaber, Öl ist viskos und braucht schon Speed, um turbulent zu strömen. Lambda sollte man also besser rechnen. Formelumstellungen erspare ich mal und schreibe: Lambda ist gleich 64/Re.
Der Schlauch hat also 2,2 cm Innendurchmesser ? Dann ist die Re-Zahl= 2 (m/s) * 0,022 (di)/ 0,00020 m²/s ergibt 220. Das ist so laminar, wie es nicht laminarer sein könnte.
Und damit liegt das lambda dann bei 3,44 - was aber immer noch sehr passabel ist.
Richtungsänderungen, die bei turbulenter Strömung berücksichtigt werden müssen, spielen bei laminarer Strömung kaum eine Rolle.
Wir rechnen also 17 mbar mal 3,44 * 1m / 0,022m und bekommen pro Meter Leistungslänge 156 mbar - Autsch, das ist nicht wenig, bei 6,4 Metern Leitungslänge ist schon das erste bar aufgebraucht, dann kann der Atmosphärendruck auch nichts mehr für die Druckölpumpe tun.
Sechseinhalb Meter lang ist der PRG nicht. Und die Berechnung ist etwas grob, weil der Haupteinfluß, die Viskosität des Öls, nur geschätzt wurde (bei 80°C).
Man sieht wieder mal, wie wichtig es ist, solche Dinge nicht zu schätzen, sondern zu rechnen. Ich hätte noch mitten in der Berechnung gedacht, daran wird es nicht liegen, aber jetzt revidiere ich diesen ersten Eindruck.
Die Betrachtung ist aber damit noch nicht zuende. Wäre der Druckverlust höher als 1bar, dann würde das Öl bereits ein paar Dämpfe ausgasen, aber die Pumpe würde einfach nur aufhören zu fördern. Sobald aber die Förderung aufhört, würde das Öl sofort wieder fließen. Somit hätte die Pumpe eine verminderte Förderung und würde trotzdem noch den Motor versorgen. Bei hohen Drehzahlen sowieso, dann würde eben aus dem Überströmventil weniger kommen. Und die Pumpe selbst ist unempfindlich gegen Kavitation. Es würde sich also ein Ölstrom einstellen, der genau dem Atmosphärendruck entspricht. Aber der Ölkühler müßte mit Öl gefüllt gewesen sein.
Aber weiter in den Gedanken: woher kommt die Luft ? Wenn die Absaugepumpen das Öl schauming gerührt haben, dann wäre viel Luft in der Zuleitung, die auch sofort und bereitwillig zum niedrigsten Druck strömen würde und - das ist jetzt gaaaaanz schwierige vorherzusagen - sogar die Zulaufleitung für einige Zeit komplett ölfrei machen könnte.
Zweiphasenströmungen sind die ganz hohe Kunst der Strömungslehre. Es gibt verschiedene Ansätze, bestehend aus Empirie und physikalischen Gesetzen, aber wenn das das rechnet . . . . . . . . kriegt man mal schnell Unterschiede Faktor 20 raus. Wenn irgend möglich, versucht man die Zweiphasigkeit zu vermeiden.
Mein kurzes Resümee auf die Schnelle: durch die enorme Drehzahl, die der Motor vorher nicht hatte, könnte tatsächlich das Öl als Schaum durch das System gegeistert sein und in der Zulaufleitung für Ärger gesorgt haben, auch ohne, dass eine Schlauchverbindung undicht geworden ist. Die Beschleunigung war an dieser Stelle auch höher, als sie ohne diese Leistung gewesen wäre (?).
Wenn im Tank das Öl durch Hupser vom Auslaufanschluß abhebt und genug Schaum drumrum ist, würde ich nicht unterschreiben wollen, dass nicht auch Schaum in die Leitung kommt. Und wenn da noch echter Unterdruck herrscht, ist der ganz fix und füllt die Zulausleitung. Ob das quasi-lufterfüllte Leitungsvolumen dann ausreicht, den Ölkühler leer zu drücken . . . . . . ??? Ich denke schon.
Wie so oft gehe ich mal davon aus, dass mehrere dieser ungünstigen Faktoren zusammen gewirkt haben. Da der PRG ja schon immer Grenzgänger war, könnte das eine weitere der vielen Grenzen geworden sein.
Die stehende Ölpumpe hat, wenn sie noch ölig ist, einen hohen Widerstand. Also Schlauch draufschieben und pusten und lauschen bzw. Finger vorhalten, oder Staubsauger dran und um den Schlauchanschluß etwas Öl auf die Ritze bringen und schauen, ob sich das Öl sofort in die Ritze verzieht.
Generell gibt es aber ganz bestimmt ein Zulaufproblem, was halt die ganzen Jahre nicht aufgefallen ist, weil der Motor noch nie so hoch gedreht hat - stimmt doch, oder nicht ?
Also Handlungsempfehlung: die Zulaufleitung deutlich größer machen, die vermuteten Undichtigkeiten aufspüren und beseitigen, den Motor mit normalen Drehzahlen so lange warm fahren, bis das Öl im Tank hinten auch warm ist.
Und: den Öldruck akustisch alarmieren.
GrußWerner
P.S.: ich rechne/kontruiere mich gerade an der Heizung meines Fliegers dumm und dämlich. Aber wenn man viele Ansätze macht und viele Ergebnisse kriegt, dann kann man diese auch demokratisch auswerten. Ich denke, dass ich jetzt eine gute Lösung habe, an deren Umsetzung ich als nächstes gehe.