Wenn ich wüsste, wie sich ein gesunder T4 5-Zylinder anfühlt...
Geschrieben von Obi am 15. Februar 2026 18:47:01:
Als Antwort auf: Neulich einen 5-Zylinder T4 gefahren . . . . geschrieben von Werner am 15. Februar 2026 14:15:14:
Moin Werner,
ich hatte vermutlich mehr T4-Baustellen unter dem Hintern als gesunde. Denn die gesunden T4 werden entweder von Leuten mit viel Wissen selbst in Schuss gehalten oder von Leuten mit Nebengewerbe mit ebenfalls genug Wissen für nicht wenig, aber verhältnismäßig gut angelegtes Geld in Schuss gehalten. So hat es sich bei mir im Bekanntenkreis entwickelt. Wenn sich dann doch einmal ein T4 zu jemandem "verirrt" der dann mich als letzten Rettungsanker um Rat fragt, muss ich mich dann meist zu Gunsten des befreundeten Meisters einlesen und die T4-Kenner löchern, um dem Problem der Fraktion, die das meist schon halbtote Auto mit chronisch zu wenig Geld wiederbeleben möchte, auf die Schliche zu kommen.
Selbst bin ich in Sachen Hobby dem Heckmotor und bei der Ausnahmeerscheinung T5 in meinem Fuhrpark dem Vierzylinder treu geblieben. Den T5 habe ich von meinem Bruder übernommen. Ich wusste, was schon dran gemacht wurde und dass er sparsam aber trotzdem für 2500kg Anhängelast zu gebrauchen ist. Sonst hätte ich den gar nicht zu mir geholt.Die 5-Zylinder-TDI in den T4 kommen mit einer relativ niedrigen Nenndrehzahl daher. Der TDI-Motor AJT ohne Ladeluftkühler leistet seine 65kW bei 3600/min und liefert das höchste Drehmoment von 1900/min bis 2500/min, der ACV/AUF/AXL/AYC leistet je 75kW@3500/min und liefert 250Nm @1900/min bis 2300/min und der leistungsmäßige Spitzenreiter unter den Dieseln im T4 namens AHY/AXG leistet 111kW@4000/min, mit dem höchsten Drehmoment von 295Nm@1900/min bis 3000/min. Wenn das Drehmomentplateu bis in so hohe Drehzahlbereiche geht, hat man vielleicht den Eindruck, dass man den Motor bei Drehzahl halten muss.
Ich habe eher den Verdacht, dass man den Drehmomentaufbau in den kleinen Gängen aus dem Turboloch nicht mitbekommt und dann unnötig bei höheren Drehzahlen bleibt, bis die gewünschte Geschwindigkeit erreicht ist. Ladedruck erfordert ja ein gewisses Maß an Abgas, das auch lastabhängig ist. Wenn der Kurbeltrieb schneller hochdreht als der Turbolader, kommt einem der Motor erst schwachbrüstig vor.
Die vielen Kennbuchstaben sind übrigens unterschiedlichen Bauzuständen geschuldet. Es gibt von der Leistungsabgabe her gleiche Motore, die aber einmal mit Wastegate- und später mit VTG-Lader ausgestattet wurden. Wenn natürlich die VTG schwergängig ist und das Motorsteuergerät noch keine VTG-Gymnastik macht, geht von unten heraus wenig.Wenn Dir das ein Wenig Einblick verschafft hat, freue ich mich mit Dir.
Gruß,
Obi
- Ja, hab erst nach dem Schreiben nochmal nachgedacht Werner 16.02.2026 17:43 (0)