Meiner hatte 16.000 PS
Geschrieben von Werner am 10. Mai 2026 11:40:02:
Als Antwort auf: Re: Jetzt hör mal auf :) geschrieben von Espace17 am 10. Mai 2026 10:47:13:
und trotzdem niedrigen Blutdruck, ääh, sorry, Schmieröldruck. Das war ein 7-Zylinder Schiffsdiesel, für den wir die Umstellung auf Gas gemacht haben. Im Studium legen die auch Getriebe aus für 10 PS Leistung, die schon kaum noch in ein Auto passen würden.
Der Schmieröldruck hat mit der Belastung der Lager gar nichts zu tun. Im Lager selbst wird bei klassischem Maschinenbau von Drücken so um die 50 bar als Auslegungsgrundlage genommen. Das sind Industriemaschinen, die schwer sein dürfen, die nach 30 Jahren unansehnlich geworden, immer noch vernünftig laufen, und für die Maschinenbaustudenten ist das immer noch ein gängiger Wert, sozusagen, wenn man nicht besseres weiß.
Der Ölfilm im Lager soll die Berührungen von Metall auf Metall verhindern. Dazu braucht er eine gewisse Dicke, abhängig davon, wie genau das Lager gefertigt wurde. Und auf diesem Gebiet hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm viel getan, sodass ein heutiger PKW-Dieselmotor schon mit Lagerdrücken von über 100bar dabei ist. Warum so hoch ? weil ein breiteres Lager mit niedrigerer Belastung mehr Widerstand hat und größer,schwerer, teurer ist.
Der Öldruck, den wir angezeigt bekommen, ist ein reiner Versorgungsdruck, der in der Regel mit sehr viel Sicherheit beaufschlagt wird. Die Zufuhr ins Lager soll sichergestellt sein, der Druck an der Stelle, wo es ins Lager geht, ist dabei unbedeutend. Der Weg soll geebnet sein, und die Sicherheit, dass auch in den schmalen Schmierspalt alles rechtzeitig reinfließt, ist wichtig, mehr aber auch nicht. Ketzerisch könnte man sogar sagen, dass ein schmales Hochleistungsgleitlager weniger Versorgungsdruck braucht, aber wer wollte an dieser Sellschraube drehen und wozu ?
Die tatsächlichen Lagerdrücke werden erst im Schmierkeil des Lager erzeugt. Da sind dann andere Dinge wichtig, wie Adhäsion der Flüssigkeit am Material, Scherspannung in der Flüssigkeit usw.
Die Trockensumpfpumpe muß logischerweise das gleiche fördern, wie die Druckölpumpe, aber sie wird deutlich größer ausgelegt, ich kenne Werte von 100% Aufschlag. Sie schlürft also alles weg, was da kommt, wobei schlürfen wörtlich gemeint ist, denn sie pumpt auch die Luft mit durch. Aber das fällt ihr leicht, weil sie keinen Gegendruck hat.
Wenn Du und ich mit dem Fahrrad fahren und Du hast einen schweren Anhänger dahinter, dann mußt Du stärker treten, als ich, obwohl wir beide gleich schnell fahren. Ich zeige es Dir, wenn Du es nicht glaubst. Einmal um den Attersee rum und Dir kommt die Erkenntnis garantiert.
Dennoch ist klar, die Originalkonstruktion war nicht dafür vorgesehen, was der Jo damit angestellt hat. Das ist aber nicht nur beim Ölpumpenantrieb so, sondern eigentlich an allen Stellen, die er verändert, um in der Rallye ganz vorn zu sein. Ein Auto, was sich derart tunen läßt, ohne dabei Schaden zu nehmen, wäre vom Hersteller schlicht überdimenioniert worden und dahr auch zu teuer.
Gruß
Werner
- Der Benzinmotor im Pölrallyegolf huebi 10.05.2026 12:27 (0)