One way Stecksysteme
Geschrieben von Werner am 29. Mai 2026 09:11:50:
Als Antwort auf: Re: Das ist was anderes . . . hat mit Tradition nichts zu tun geschrieben von laden am 28. Mai 2026 20:35:28:
Moin,
für Rohrleitungsänderungen an der Heizung habe ich auch mal diese Stecksysteme probiert, die man reinsteckt, aber nie wieder rauskriegt. Wenn man keine Preßmaschine kaufen will, ist das gar nicht schlecht und seit 17 Jahren dicht.
Heizungen sind mir sowieso etwas lieber. Die Drücke sind moderat, bei Lecks steht nicht gleich ein ganzes Wasserwerk dahinter, was immer weiter liefert. Und lebensmittelecht muß das ganze auch nicht sein.
Auf der letzten großen Baustelle bin ich mit der Preßzange rumgelaufen, aber die Elektriker mit ihren Kabeln haben es ziemlich oft geschafft, die gepreßten Verbindungen wieder zu verdrehen, weil "wie soll ich denn sonst da ran kommen ?"
Ich bewundere die alten Römer mit ihrer Wasserleitung hier von der Eifel bis nach Köln. Die haben Talquerungen gemacht, wo sie bis zu 40 Metern Höhenunterschied per Druckrohr überwunden haben, damit kein Aquädukt gebaut werden mußte. Die haben Tests gemacht mit ihren Druckrohren, die nicht nur auf Innendruck belastet wurden (eben bis zu 4 bar), sondern auch Maßnahmen gegen Ausknickung durch die Belastung getroffen. Ich würde zu gerne mal Mäuschen spielen, wie die vor 2000 Jahren das geplant und berechnet haben. Wenn ich heute in der Eifel wandere und mir alte Stationen der Wasserleitung anschaue, dann versuche ich mir das vorzustellen, wie sie dort gearbeitet haben. Ich kriege dann mangals anderer Unterlagen immer die Bilder von Römern aus den Asterix-Heften in den Kopf. In Sandalen im Matsch und mit Spaten und Weizenbrei als Nahrung . . .
Wir fahren heute bequem mit dem Auto zum Wanderparkplatz, gehen ein paar Schritte und sind dort. Aber was war früher? Die mußten echte Wege zurück legen, ein oder mehrere Planer mußten das Gelände so gut vermessen, dass sie ständiges Gefälle hatten. Entscheidungen mußten getroffen werden, ob bei Talquerungen sich ein Umweg lohnt oder ob man die aufwändigen Druckrohre baut. Dazu brauchte man Ton, der mußte auch irgendwie zur Baustelle.
GPS und Handys gab es nicht, es sind wohl Boten hin und her gelaufen, die Nachrichten überbracht haben. Hatten die einen Tornister mit Steintafeln wie bei Asterix? Sicher nicht ! Haben die auf Papier geschrieben ? Hat der Bote sich die Zahlen und Berechnungen merken müssen, um sie weiter zu geben ? Wie wußte der den Weg zur anderen Baustelle, wie fit mußte der oder mußten die sein, um solche Wege häufig zurück zu legen.
Die Arbeiter an den Baustellen, sind abends wohl kaum "nach Hause" gegangen, das hätte Tage gedauert. Also mußten sie vor Ort schlafen, essen, Notdurft verrichten . . . es mußte ein Logistik geschaffen worden sein, damit die Leute auch weiter arbeiten konnten, Werkzeuge schnitzt man sich nicht so eben aus einem Baum, der da rumsteht. Getreide wächst in der Eifel am Hang auch nicht von selbst, Körner roh kauen ist für ein nahrhaftes Essen ebenfalls nicht das Wahre.
Sicherlich gab es germanische Bauern, die geliefert haben, ob freiwillig oder unter Waffenandrohung, sei mal dahin gestellt. Umgebracht und geplündert wurden sie jedenfalls nicht. Vielfach wurden sie auch von den Römern bezahlt.
Wie sahen die Projektmeetings aus ? Per Videokonferenz Absprachen und Ausreden, warum es wieder länger dauert und teuerer wird ? Hatten die vielleicht ein Kommunikations-System, was uns heute vollkommen unbekannt ist ?
Und das schärfst noch . . . . den Römern hat das Rheinwasser nicht geschmeckt, laut Cäsar verwandelte sich der Fluvium Rhenum im Sommer bei Trockenheit in eine stinkende Kloake
(und das ganz ohne Chemiewerke, die ihre Abfälle einspeisen)
Die Germanen sind am Rheinwasser nicht gestorben, aber die Römer wollten was besseres und haben dafür was gebaut.
Solch ein Projekt würde heutzutage Milliarden kosten und jahrzentelang dauern, wenn es überhaupt fertig werden würde.
Gruß
Werner
- Re: One way Stecksysteme laden 29.05.2026 10:56 (0)