Jo und der Synchronmotor, welchen Wirkungsgrad erwartest Du denn?
Geschrieben von Werner am 06. März 2026 11:05:39:
Als Antwort auf: Re: Enorm? Ganz sicher nicht... geschrieben von Joachim S am 05. März 2026 10:52:03:
Moin,
auch Asynchronmaschinen können bereits im Stand volles Drehmoment abgeben. Wobei die definition "volles Drehmoment" eh nicht vergleichbar ist mit dem eines Verbrenners.
Bei entsprechend niedriger Frequenz und sinnvoll angelegter Spannung sowie einer hohen Amperebelastbarkeit des FUs läuft selbst ein Asynchroner mit hohem cosinus fi bärenstark an. Das Problem liegt eher beim FU. Für hohe Stromstärken werden die nicht nur richtig teuer, sondern auch uneffizient, wenn sie nicht mehrere Stufen haben.
Ich glaube, dass der Asynchroner nicht von der Bildfläche verschwinden wird. Er braucht keine teuren Samarium oder sonstige seltene Metalle und funktioniert in seiner Schlichtheit richtig gut. Außerdem werden Wirkungsgrade von über 95% realisiert, was will man da noch ausreizen ?
Für Lokomotiven wurden auch schon Untersuchungen gemacht, ob Anfahrgetriebe sinnvoll sein könnten. Ein Bekannter sagte mir, das Anfahren unter Last, bosonders von schweren Güterzügen, sei DER Auslegungspunkt für die Umrichter. Die könnte man wesentlich billiger bauen, wenn sie nicht diese Tortur überstehen müßten. Die ersten ICE - wir erinnern uns - blieben häufig schon beim Anfahren noch im Bahnhof wieder stehen, ich sehe noch die gerade eingestiegenen Fahrgäste, wie sie mit den Köpfen wackeln und die , die noch stehen, sich schnell irgendwo festhalten.
Aber Lokos MÜSSEN die Kraft haben, da geht nix dran vorbei. Die langen Zeiten, die Güterzüge brauchen, rühren nicht von der niedrigeren Geschwindigkeit her, sondern von den langen langen Anfahrwegen, wenn sie einem anderen Zug Platz machen mußten. Da kann man nicht auf Zugkraft verzichten.
Kurzum, die Antriebsachsen der Loks haben den Motor quasi integriert. Dort kriegt man auch noch ein Planetengetriebe unter, aber das müßte dann 4 oder 6 mal geschehen. Die Kosten dafür wären auch noch tragbar, aber wenn damit dann mal was ist - eine Katastrophe. Achsen 3 und 4 haben geschaltet, die anderen nicht - und schon wieder steht alles.
Und während solche Überlegungen gemacht werden, tüfteln die Elektronikis schon wieder an neuen FUs, die sowas können und nicht so teuer sind. Ich bin sicher, dass dort noch Potential drin ist.
Vor ein paar Jahren ging ich an Bahnhof Roisdorf vorbei, wo ein Ausweichgleis für Güterzüge ist. Ich sehe sie ja gerne, wenn sie einfahren und wieder anfahren. Einmal habe ich den Lokführer angesprochen und gefragt, warum ich einen rel. leisen Lüfter höre. Zur Kühlung der Elektronik ? Nein, sagte er "das ist nur die Klimaanlage für den Führerstand. Die Elektroniken sind heute so gut, dass sie sogar Verluste höherer Frequenzen wieder einfangen und verwerten"
Nach ein paar Minuten ging sein Signal auf grün und er fuhr wieder los. Die Lok hat nicht gesummt, nicht gebrummt, nicht elektrisch gequietscht wie eine Straßbenbahn. Die ist quasi lautlos davon, kein zusätzlicher Lüfter, einfach nur nix. Die Räder waren dann das erste, was man hören konnte. ENORM !!
Sicherlich ist nach kurzer Zeit auch irgendein Lüfter angesprungen, aber im Vergleich zu früheren Loks, besonders zu dem ICE1, bei dem schon nach wenigen Metern alles geräuschvoll anfängt zu pusten, war das schon beachtlich.
Gruß
Werner
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