Die Mitteldestillate in der Raffinerie


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Geschrieben von Werner am 06. Februar 2026 08:48:02:

Als Antwort auf: Glück gehabt geschrieben von laden am 05. Februar 2026 22:50:42:

werden erst beim Abfüllen mit der entsprechenden Kennzeichnung versehen. Das Mitteldestillat weiß selbst in der Pumpe noch nicht mal, ob es als Heizöl oder als Diesel verkauft wird.

Deshalb wundert mich das. Im übrigen ist das Additiv zur Fließverbeserung ganz ohne Eisen. Das sog. MDFI (Milleldestillat Flow Improver) ist ein Kohlenwasserstoff, der die Paraffinkristallisation so rasch und spontan begünstigt, dass sie sofort ausfallen und dabei nicht aneinander kleben. Enstanden ist das in Labors der Shell in England bei dem Versuch, die Paraffine auf diesem Wege auszufällen und abzufiltern. Bis dahin mußte man das Mitteldestillat aufwändig so lange destillieren, bis es den richtigen Cloud Point hatte.

Der Versuch ging im Sinne der Absicht schief - wie bei vielen Entdeckungen, zeigte aber, dass die Flüssigkeit pumpfähig und filtergängig blieb. Man hat also damit das Übel herausgefordert und in so kleine Einheiten gestückelt, dass es kein Problem mehr war. Bei langsamer Ausfällung können sich alle möglichen Formen bis zu langen Fäden, Klumpen usw. bilden.

Bei der Infineum in Köln wird dieses MDFI hergestellt. Ich habe dort einige Zeit gearbeitet und im Winter auch immer die Faxe mit den MD-Analysen gesehen, wenn die Raffinerien angefragt haben, wieviel sie dosieren müssen von dem kleinen, aber feinen Stoff.

Ich verstehe aber, was Henzo schreibt. Die Tanks werden im Sommer gefüllt, wenn das Heizö billiger ist.

Mein Vater ging früher regelmäßig jeden Dienstag abend in die Sauna. Dort bildete sich durch die Regelmäßigkeit auch der anderen Besucher eine kleine Gemeinschaft, der auch ein Schlachter angehörte. Diese hat ein Faß Heizöl in seinen Tiefkühlraum gestellt, damit "die Rotze", wie er es nannte, Zeit hat, sich am Boden abzusetzen. Nach ein paar Tagen war unten ein Bodensatz mit starker Rotfärbung und darüber war es wasserklar. Jaaaa, und was glaubst du, was die Dieselfahrer ab da gemacht haben? Im Anschluß an den Saunabesuch wurden auf den Hinterhofparkplatz die Kanister ausgestauscht. Rote gegen klare hieß es immer.

Ich bin als Jugendlicher ab und zu mit in der Sauna gewesen, weil ich damals häufig erkältet war. Ich habe dann mitbekommen, wie alle betrübt da saßen, denn . . . . . "die Fässer stehen schon drei Tage im Kühlhaus und sind immer noch rot. Die Schw..ne haben den Farbstoff gewechselt, der bleibt immer drin!"

Das war nicht die Farbe, das war die Feinkristallisation, bei der alles in der Schwebe bliebt. Ich bin also unwissend Zeuge von der Wirkung dieser neuen Methode geworden.

Mit dem MDFI wird sehr viel Geld verdient und die Rezeptur und Herstellung erfordert eine Menge Know How. Bei der Infeneum werden auch die PIBs hergestellt, die dem Motoröl die gewünchsten Eigenschaften geben.

Das Werk befindet sich auf dem ehemaligen Areal der Esso-Raffnierie im Kölner Norden. Da die Bodenverhältnisse unklar sind und vermutlich sehr viel davon verseucht ist, läuft das riesige Areal weiter unter Betriebsverhältnissen, wobei aber nur zwei Anlagen und ein kleiner Containercluster für die Verwaltung dort stehen. Durch die Einfriedung hat sich doet eine kleine Ökozelle gebildert. Wenn man die langen Wege von der Pforte bis zum Container fährt, laufen einem Füchse über den Weg. Und es soll dort auch Schlangen geben.

Gruß

Werner

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