Der PID-Regler


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Geschrieben von Werner am 24. Mai 2026 12:10:42:

Als Antwort auf: Software in Steuergeräten geschrieben von huebi am 23. Mai 2026 18:12:01:

Moin Andreas,

habe mit Jo schon an der Regelung für den Turbo gemacht, bzw. "beratend" beigewohnt ;).

Zum Lohn gabs eine Probefahrt, bei der mir der Atem weggeblieben ist.

Die ersten klassischen Regelungen haben bei den Autos gar nicht funktionieren können, weil die Lastwechsel viel zu schnell gehen und es zu viele Sonderfälle gibt. Deshalb ist man auf die Steuerungen gegangen, die sofort alles richtig machen. Alles richtig ? Nein, das kann selbst der beste Fachmann nicht vorher schon richtig einstellen. Also kamen die Steuerungen, die sich die Werte merken, den Mittelwert bilden und danach dann die Parameter für die Steuerung neu setzen. Eine Lambda-Regelung kriegt man gar nicht anders vernünftig hin. Das ist also keine Regelung im klassischen Sinne, sondern eine Art selbstlernende Steuerung.

Wo zieht man die Grenze zwischen Regelung und Steuerung? Im klassischen Sinne ist das klar, heutzutage muß man wohl neu definieren, dass solche System Hybride sind.

Ich bereite mich darauf vor, Regelungstechnik als sog. Lehrbeauftragter an einer Hochschule zu unterrichten. Bin gespannt, was die Studies dazu sagen. Geld gibts kaum dafür, Mindestlohn plus Anfahrtskilometer. Für zwei Stunden die Woche kommt da nicht viel bei rum. Aber ein Eis mit zwei Stracciatella-Kugeln ist noch drin.

Apropos Überschießen des Ladedruckes. Die Regler von Flugmotoren sind mechanisch und sehr empfindlich. Es gibt keinen D-Anteil und das Überschießen ist sozusagen vorprogrammiert. Das gleiche gilt für den Propellerregler, bei dem eine simple Fliehkraftverstellung den Ölstrom für den Aktuator dosiert.

Wenn also der Pilot einer großen Einmot mit Turbo zur Runway rollte und dort einfach Vollgas gibt, kommt 1. der Propellerregler (Governor) nicht mit und läßt den Prop viel zu lange auf kleiner Steigung, sodaß der Motor richtig ungesunde Drehzahlen kriegt, während der Ladedruckregler, der im Leerlauf keinen Ladedruck sieht, das Wastegate komplett geschlossen hält. Damit jubelt der Motor nicht nur in unzulässige Drehzahlbereiche, sondern kriegt dann auch noch den Hammer-Ladedruck - nicht gut, das!

Und deshalb lassen die Jungs (und die Mädels) von der teuren Einmot-Fraktion ihre Mühlen langsam hochlaufen und schauen dabei immer auf die Instrumente. Dreht der Prop dann manierlich auf der eingestellten Drehzahl, wird langsam Gas gegeben, damit der Turboregler öffnen kann und der Drehzahlregler Zeit hat zum Nachstellen. Gelgentlich hört man die Motoren mal aufschreien, dann hat einer zu schnell Gas gegeben.

Beim Auto wäre sowas undenkbar.

Gruß

Werner

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