Das erschließt sich mir nicht


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Geschrieben von Werner am 19. Mai 2026 15:23:14:

Als Antwort auf: Wenn der Vergaser vorm Verdichter kommt... geschrieben von Joachim S am 19. Mai 2026 14:26:51:

Moin,

ich habe nie an Benzinerturbos geschraubt und an Turbodieseln nur ein paar Mal an LKW und auch mal an kleineren Schiffsdieseln. Ich möchte mich also ausdrücklich nicht als Fachmann bezeichnen, aber . .

meines Wissen warens gerade die atmosphärischen Vergaser viel einfacher , weil dort nur ein größerer Durchlaß wie für einen hubraumstärkeren Motor nötig wurde. Alles andere konnte so bleiben.

Allerdings : das Turboloch wurde mit Vergaser vor dem Turbo noch unangenehmer, weil die Gefahr des Verschluckens logischweise größer wurde. Man reißt einen Riesenvergaser voll auf und dahinter ist nur ein kleines Motörchen. Der Lader dreht sich vielleicht gerade mal ein wenig im Wind, mehr aber auch nicht. Also muß man klein anfangen, warten, bis der Lader nennenswert dreht und dann - immer noch langsam - weiter aufmachen.

Das dürfte beim Druckvergaser etwas schneller gegangen sein.

Haaalt, da fällt mir ein, ich habe schon mal an einem Benziner-Turbo-Flugmotor mitgeschraubt. Da war der Lader Schrott und der Besitzer der Maschine wurde noch beim Erzählen kalkweiß, obwohl alles gut gegangen ist. Der Ersatzturbolader in USA bestellt, hat übrigens damals 20.000 DM gekostet. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass mein neuer Fiat Uno zu der Zeit für 14.000 zu bekommen war (ohne Turbo).

Bei den Sportflugzeugen ist der Turbo ein reiner Höhenlader, der am Boden nicht verwendet werden kann. Er wird natürlich verwendet, weil er drin ist, aber es wird nicht die volle erzielbare Leistung abgerufen, sondern per Ladedruckregler das ganze auf atmosphärische Bedingungen gehalten. Die Turbolader von Flugmotoren im Bereich 200 bis 300 PS sind riesig, gefühlt dreimal größer, als die von Autos gleicher Leistung. Sieh drehen auch langsamer und sind so dimensioniert, dass beim Blockieren des Laders der Motor noch mit ausreichend Leistung läuft, um in niedrigerer Höhe einen sicheren Landeplatz zu erreichen. Mir sind in dem Bereich auch nur Motoren mit Einspritzung bekannt, aber um es gleich mal klar zu sagen: das sind die nicht Einspritzanlagen, die man von Autos kennt, sondern super simple Ventile im Saugrohr oder in den Saugrohren, die durch den Lufttug im Rohr öffnen und ihren Saft dazu geben. Eine elektrische Kraftstoffpumpe macht einen konstanten Vordruck im Bereich einiger bar und fertig ist das. Dabei hat der Pilot ganz normal eine Gemischverstellung, wie beim Vergaser auch. Die werden heute noch so gebaut. Elektronik lesen die Piloten lieber am Boden im bequemen Sessel und diskutieren drüber, im Flugzeug soll es dann doch eher mechanisch sein und ohne Strom funktionieren.

Gruß

Werner

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