Hat trotzdem nicht geholfen.


[ FMSO.DE - Fahren mit Salatöl (deutsch) ]


Geschrieben von waldi am 12. Mai 2026 20:10:08:

Als Antwort auf: Öldruckmesser geschrieben von Werner am 12. Mai 2026 00:38:34:

Servus Männer,

Auch ich hatte einen Mitschüler der in der Oberstufe erst ein Käfer Cabrio mit weißem Leder hatte. Auch das Verdeck war aus diesem Leder. Aber so gut, wie das aufgenommen ersten Blick schien, sah es beim genaueren Hinsehen dann doch nicht aus, weil es immer irgendwo schwarz verdreckt war. Und mit bestandenen Abi hat er sich dann einen R5 Turbo geleistet. Blau Metallic. Man erzählte sich damals, daß Auto sei unbeherrschbar und lebensgefährlich. Ich nahm es zur Kenntnis, ohne es beurteilen zu können. Und, wie es so war, kam auch er zum Bund, irgendwo nach Renerod im Westerwald. Im Nachhinein war Bundeswehr ja DIE Geilenkirchen Zeit überhaupt. Nur zudem Zeit sah das jeder Z15erdann doch gänzlich anders und so verwundert es kaum, dass man Freitag nach Dienstschluss nichts einiger zu tun hatte, als möglichst schnell nach Hause zu kommen. Dieses kollektive Bedürfnis führte zu einem Phänomen, was als Nato-Ralley bekannt wurde. Als Sieger dieses Rennens fühlte sich jeder, der es schaffte, mindestens eine Minute früher zu Hause zu sein, als die Woche zuvor. Um den Pokal zu holen war natürlich ein potentes Auto sehr hilfreich. Von Renerod nach Alzey zu gelangen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Autobahn, Landstraße, oder beides, je nachdem.
Die Autobahn ist meistens der schnellere, aber auch der teurere Weg, weil die Strecke länger ist. Und auch 1983 war das Frankfurter Kreuz schon zu Stoßzeiten dicht. Also wählt der weiße Wehrpflichtige die Landstraße. Da gibt es eine Strecke, die durch Westerwald und Taunus führt. Schöne Motorradstrecke, wo sich Feld und Wald durch herrliche Kurven abwechseln. Und diese nahm der Kollege.
Wo bitteschön ist der Unterschied zwischen einem Motorrad und 'nem R5 Turbo?
Es gibt auf dieser Strecke einen Abschnitt der kurvig ungefähr 4 km über freies Feld führt. Man fährt also aus dem Wald heraus um dann nach dieser Distanz ins nächste Waldstück einzutauchen. Dazwischen gibt es keinen Baum und keinen Strauch, bis auf einen Baum, der ungefähr 30 Meter von der Straße weg alleine im Feld steht.
Tja und diesen Baum hat Gunther getroffen mit seinem R5.
Nun muss man wissen, dass der R5 per se nicht besonders stabil war und passive Sicherheit stand bei diesem Auto im Pflichtenheft eher an unterster Stelle.
Es hat meinen Schulkameraden übel mitgenommen. Fast so übel, wie das Auto selbst, welches die Aktion nicht überlebt hat. Mein Schulkamerad hingegen hat es mit unzähligen Knochenbrüchen überlebt, wohl auch wegen des Käfigs, der eingebaut war. Nach einigen Wochen im Krankenhaus haben sie ihn als geheilt entlassen. Der Renault war, da Neuwagen, selbstverständlich Vollkasko versichert. Natürlich wurde dieser durch einen neuen R5 Turbo ersetzt, den der Kamerad geraume Zeit später auch geschrottet hat.
Mit der Erkenntnis, dass dieses Auto nicht für den Alltag geeignet ist und der massiven Intervention seines Vaters hat er sich dann was biederes gekauft.


Viele Grüße

Waldemar

Wie lesenswert findest Du diesen Beitrag?                 Info zur Bewertung




Antworten:


[ FMSO.DE - Fahren mit Salatöl (deutsch) ]